Kunst und Kultur

GEHAG Forum
In der Tradition der Moderne

Kunst hat bei uns eine lange Geschichte. Ihre Wurzeln liegen bereits in den 20er Jahren: Damals arbeitete die Berliner GEHAG mit Bruno Taut zusammen. Als erfolgreicher Architekt entwarf er Mietshäuser, kam jedoch ursprünglich von der Malerei und war Mitglied der Künstlervereinigung „Gläserne Kette“. Zu Ehren Tauts befasste sich die erste Ausstellung des 1988 gegründeten GEHAG Forums mit einem von ihm entworfenen und farblich gestalteten Wohnhaus in Dahlewitz. Seitdem haben mehr als 140 Künstlerinnen und Künstler ihre Werke präsentiert. Damals wie heute ist es unser Ziel, den vielfältigen Positionen moderner Kunst eine Plattform zu geben und sie Mitarbeitern, Kunden und Besuchern näherzubringen. Neben Architektur-Arbeiten haben wir Malerei, Radierung und Zeichnung, aber auch Bildhauerei sowie Videokunst ausgestellt. Mit thematischer Vielfalt und der Integration von Arbeiten fernab des Mainstreams ist das GEHAG Forum in den letzten 22 Jahren zu einem anerkannten Ort zeitgenössischer Kunst geworden.

Ein Erbe mit Zukunft

Wohnen in ausgezeichneter Architektur – historisch, modern und nachhaltig, das bietet unser Standort Berlin: Die UNESCO-Welterbe-Siedlungen Hufeisensiedlung Britz, Weiße Stadt und Siemensstadt sind teilweise bereits seit 1920 in unserem Bestand. Sie gehören zu den wichtigsten bau- und sozialpolitischen Reformbeiträgen im Berlin der 1920er und 1930er Jahre. Gerade heute sind die durchgrünten Großsiedlungen begehrte Wohnorte. Mit der hohen Gestaltungsqualität und effizienten Raumaufteilung bieten sie, was ein Ort zum Wohnen und Wohlfühlen haben muss. Darüber hinaus macht der derzeitige Trend zur urbanen Infrastruktur und weg vom ländlichen Rückzug ihre Lage für viele Wohnungssuchende attraktiv. Die Siedlungen haben mit gemütlichen Wohnungen und familienfreundlichen Reihenhäusern für jeden Interessenten etwas zu bieten.

Das Erbe der Architekten Bruno Taut, Walter Gropius, Hans Scharoun und vieler anderer ist für uns eine Herausforderung: Der Erhalt der Siedlungen und ihre denkmalgerechte Sanierung erfolgen nach strengen Maßgaben. Eike Petersen, Architektin unseres Unternehmens, spricht über dieses einmalige Architekturerbe und seine Herausforderungen für die Deutsche Wohnen.

Denkmalschutz mit Zeitgeist

Was macht die „Siedlungen der Berliner Moderne“, die im Bestand der Deutsche Wohnen sind, zum UNESCO- Welterbe?

Der Stil des „Neuen Bauens“ am Anfang des 20. Jahrhunderts findet in den Siedlungen seinen schönsten Ausdruck: Licht und Luft für Großstädter, menschliche Dimensionen und urbane Nähe – das sind heute unschätzbare Faktoren für Wohnqualität, die damals in den Siedlungen der Berliner Moderne erstmals das Bauen bestimmt haben – und von Berlin aus Impulse für moderne Architektur in die ganze Welt sendeten.

Wie steht es gut 80 Jahre nach der Errichtung um die Bausubstanz?

Grundsätzlich sind die Siedlungen in einem gut erhaltenen Zustand. Über die Jahrzehnte sind jedoch nicht immer denkmalgerechte Veränderungen vorgenommen worden, wie z. B. die Farbgebung der Fenster und Fassaden, die Putzstruktur oder mieterseitige Einbauten wie Balkonverglasungen.

Wie geht die Deutsche Wohnen damit um?

Unsere Aufgabe ist die Wiederherstellung und Sicherung der wertvollen Bausubstanz. Mit der behutsamen Zurückführung zum ursprünglichen Erscheinungsbild bekennen wir uns zu unserer Unternehmensgeschichte und den damaligen Visionen des sozialen Wohnungsbaus. Die Hufeisensiedlung ist ein gutes Beispiel dafür.

Welche Maßnahmen wurden dort umgesetzt?

Nach detaillierten Bestandsaufnahmen und restauratorischen Befunduntersuchungen haben wir im Rahmen der Denkmalpflege energetische Verbesserungen durchgeführt: 2009 wurden im ersten Bauabschnitt u. a. Kellerdecken und die obersten Geschossdecken mit einer Wärmedämmung versehen, einfachverglaste Fenster im Dachgeschoss mit Holz-Isolierverglasung ausgetauscht und der Rückbau von Balkonverglasungen vorgenommen. Des Weiteren haben wir die ersten Fassaden instandgesetzt und neu verputzt.

Was plant die Deutsche Wohnen für 2010?

Zum einen führen wir die bereits begonnenen Arbeiten weiter fort. Zum anderen werden wir die Vorgärten am Lowise-Reuter-Ring nach dem historischen Vorbild neu gestalten. Weitere Punkte sind die Verbesserung des Wohnumfeldes im Ganzen und die Steigerung der touristischen Attraktivität der Siedlung. Längerfristig planen wir eines der Reihenhäuser in originalgetreuer Ausstattung herzurichten, um Besuchern und Bewohnern der Siedlung die damaligen Lebens- und Wohnverhältnisse zu veranschaulichen.

Worin sehen Sie persönlich die größte Herausforderung?

Die UNESCO-Siedlungen sind ein einzigartiges Kulturerbe. Ihre Architekten haben den hohen Anspruch erfüllt, Orte zu schaffen, an denen Menschen gern leben. Wir möchten die Öffentlichkeit für den Wert der Siedlungen sensibilisieren und ihr die Besonderheit der Bauten nahebringen.

1988:
Gründung des GEHAG Forums durch Heinz-Viktor Simon, GEHAG-Vorstandsvorsitzender

Jährlich bis zu 6 Ausstellungen zeitgenössischer Werke

Juli 2007:
Gründung der „Initiative Welterbe“ zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das kulturelle Erbe des sozialen Wohnungsbaus

Juli 2008:
Aufnahme der „Siedlungen der Berliner Moderne“ in die UNESCO-Welterbe-Liste

Juni 2009:
Überreichung der UNESCO-Urkunde für die Siedlungen der Berliner Moderne

August 2009:
Förderzusage der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin für die energetische Sanierung